5 Punkte, die für eine gesunde Ernährung wirklich wichtig sind

17 März 2015 | 4 Kommentare

Kategorien:Healthy Body, Healthy Food

Kennst du das auch? Bei keiner Einladung zu einem gemütlichen Abendessen im Freundeskreis kommt man um dieses Gesprächsthema herum: Wer isst was aus welchen Gründen,wer aus welchen Gründen nicht? Wer verträgt was nicht? Und was ist denn nun eine gesunde Ernährung?

Unsere Ernährung ist das neue In-Thema, das neue Statussymbol und perfektes Tool zur Selbstoptimierung.

Das ist nicht falsch zu verstehen, ich freue mich über jeden, der sich reflektiert mit dem was er zu sich nimmt auseinandersetzt und sowohl seiner Gesundheit und Umwelt etwas gutes tun möchte. Aber wie bei allen Themen, die ins extreme neigen kommt es auch in diesen Bereichen unweigerlich zur Kategorisierung “gut vs. böse“, „gesund vs. ungesund“ „ethisch korrekt vs. nicht vertretbar“.

 

Eine Ernärhungsphilosophie kann der nächsten vollkommen widersprechen. Um das zu verdeutlichen hier eine kurze Übersicht über die aktuell populärsten Ernährungsformen:

Vegetarismus: Vegetarier verzichten auf Fleischprodukte, Fisch und meist auch auf Gelantine. Eier, Milch und Honig werden gegessen. Motive dieser Ernährungsform können bunt gemischt sein: Gesundheit, ethische & ökologische Aspekte oder kulturelle und religiöse Einstellung.

Veganismus: Veganer gehen noch eine Stufe weiter und verzichten neben Fleisch & Co auch auf alle anderen Produkte tierischer Herkunft. Das kann auch Lederprodukte und tierische Bestandteile in Kosmetik umfassen. Die Beweggründe dieser Ernährungsweise gleichen sicherlich in vielen Bereichen denen des Vegetarismus, wobei der Aspekt des Tierschutzes und Ablehnung der Massentierhaltung meist noch mehr im Fokus ist.

Flexitarier: Das sind die sogenannten Teilzeit-Vegetarier oder -Veganer. Sie ernähren sich grundsätzlich vegetarisch/vegan, ab und an gibt es dann aber doch mal ein Steak auf den Teller.

Raw Food/Rohkost: Im weitesten Sinne wird darunter eine Ernährungsform definiert, bei der ausschließlich rohe und unerhitzte Lebensmittel pflanzlicher Herkunft auf dem Speiseplan stehen. Also viel Obst, Gemüse, Kräuter, Nüsse, Samen. Durch langes Erhitzen werden wichtige Nährstoffe (Vitamine, etc.) in den rohen Nahrungsmitteln zerstört, die unserem Körper dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Dies möchten Rohköstler vermeiden.

80/10/10: Die Zahlen beziehen sich auf das Verhältnis der aufgenommenen Kalorien. 80% Kohlenhydrate, jeweils 10% Proteine und 10% Fett. Es handelt sich also um eine High-Carb-Low-Fat Ernährung, basierend auf einer frucht-veganen Rohkost. Die große Menge an Kohlenhydraten stammt vor allem aus Früchten. Durch diese Ernährung soll dem Körper nur leichtverdauliche Nahrung zugeführt werden, die er schnell verwerten kann.

Glutenfreie Ernährung: Gluten ist ein Klebeeiweiß, was in verschiedenen Getreidesorten vorkommt. Menschen, die eine richtige Gluten-Intoleranz (Zöliakie) haben können dieses Eiweiß nicht spalten und es kommt zu chronischen Entzündungen der Dünndarmschleimhaut und Symptomen wie Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Es gibt aber immer mehr Menschen, die nicht an einer Zöliakie leiden und trotzdem auf Gluten verzichten. Die Theorie dazu ist, dass Gluten auch subtile Symptome wie Kopfschmerzen oder Gelenkbeschwerden hervorrufen kann, also eine (leichte) Glutensensitivität bestehen kann. Zudem wird der Grundgedanke verfolgt, dass Gluten zu schwer verdaulich ist, zu Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen führen kann.

Paleo: Die Steinzeiternährung. Laut dieser Grundidee ist es sinnvoll sich so zu ernähren wie es unsere Vorfahren vor Hunderten von Jahren schon getan haben. Hier kommt viel Fleisch, Kräuter, Gemüse und Eier auf den Teller. Milch und Milchprodukte, Weizen sowie industriell verarbeitete Mahlzeiten hingegen nicht. Grundannahme ist, dass unser menschliches Erbgut seit der Steinzeit wenig Veränderung durchlaufen hat und und die Paleo-Ernährung daher die „artgerechteste“ Ernährung für uns ist.

Ayurvedische Ernährung: Ayurveda ist mehr als eine reine Ernährungslehre sondern ein umfassendes medizinisches System, in dem die richtige Ernährung aber eine große Rolle spielt. Ernährung wird als Prävention und Therapie zugleich angesehen. Die Ernährung wird individuell auf den Konstitutionstypen abgestimmt und kann zu einer Harmonisierung der inneren Balance führen. Alle Lebensmittel werden möglichst frisch und saisonal zubereitet, jedes Gericht sollte idealerweise alle sechs Geschmacksrichtungen enthalten. Rohkost wird eingeschränkt empfohlen, da sie (je nach Grundkosntitution) energetisch aus Sicht der ayurvedischen Philosophie kühl und somit schwer verdaulich ist. Daher stehen häufig am Morgen schon warme Frühstücksgerichte (z.B. Porridge etc.) auf dem Speiseplan. Milch und Fleisch finden grundsätzlich ihren Platz im ayurvedischen Ernährungsplan.

Clean Eating: Beim Konzept des Clean Eating geht es darum möglichst unverarbeitete und naturbelassene Nahrungsmittel zu essen. Frische Zutaten, schonende Verarbeitung und wenig Zucker sind Programm. Das Clean Eating Konzept kann daher als Grundlage für alle oben genannten Ernährungsformen dienen.

Ganz egal welche Ernährungsphilosophie deinen persönlichen Vorstellungen entspricht, folgende fünf Punkte haben sie alle gemeinsam:

1. Esse möglichst frisch, saisonal und unverarbeitet
2. Reduziere deinen Konsum von Zucker & leeren Fastfood-Gerichten!
3. Iss abwechslungsreich, je bunter desto besser!
4. Hör auf deinen Körper! Was tut ihm wann und wie gut?

Und am wichtigsten Punkt 5 (den haben vielleicht nicht alle gemeinsam):

5. Mach dein Ding! Entspann dich! Lass dich nicht von irgendwelchen Konzepten oder Regeln beeinflussen. Genieß deine Mahlzeiten in vollen Zügen, egal ob gut oder böse, richtig oder falsch!

 

Photocredit: Franzi von Kochtherapie