Faszien Yoga: Myofasziales Releasing auf der Matte

25 April 2017 |

Kategorien:Healthy Body, Yoga

Wer schon einmal einen meiner Yogakurse oder Workshops besucht hat, weiss, dass ich mich vor allem einem Thema verschrieben habe: den Faszien!

Ich beschäftige mich schon lange mit Myofaszialem Releasing und meine Yogastunden ranken sich hauptsächlich rund um die Faszien. Denn ich bin überzeugt, dass gut gelöste Faszien, die regelmässig in der Yogapraxis trainiert und stimuliert werden, massgeblich zu unserer körperlichen Gesundheit und unserem allgemeinen Wohlbefinden beitragen können.

Nicht nur im Yogakontext sind die Faszien mittlerweile sehr bekannt, sondern auch in der Sportwissenschaft und Medizin. Man geht aktuell davon aus, dass viele Schmerzsyndrome, Bewegungseinschränkungen und andere diffuse Symptome des muskulo-skelettalen Systems auf eine Problematik in den Faszien zurückgeführt werden kann.

Daher lohnt es sich, dieses wichtige Thema einmal etwas detaillierter anzusehen. In diesem Artikel erfährst du, was Faszien überhaupt sind und wie du diese durch eine Yogapraxis positiv beeinflussen kannst.

 

Was sind Faszien überhaupt?

Das Wort fascia stammt aus dem Lateinischen und bedeutet erst einmal soviel wie Verbund, Bündel oder Verband. Damit ist grob übersetzt das Bindegewebe in unserem Körper gemeint, welches den Körper in seiner Gesamtheit und seine einzelnen Kompartimente (z. B. Organe) umhüllt, durchzieht und miteinander vernetzt.

Die Faszien geben unserem Körper eine innere und äusserliche Struktur sowie Ordnung. Organe werden geschützt und an ihrem Platz gehalten, Blutgefässe und Nervenbahnen umhüllt und Schutzstrukturen erstellt.

Das Bindegewebe sorgt für ein inneres Spannungsnetzwerk und Stabilität.

 

Warum werden Faszien häufig als Sinnesorgan tituliert?

Faszien sind voll mit neuronalen Sensoren, also feinen Nervenrezeptoren, welche verschiedene Sinneswahrnehmungen erfassen und an das Gehirn weiterleiten. Dabei kann es sich um mechanische Reize, Wärmezustände, Dehnung und Vibration aber auch die wichtige Schmerzwahrnehmung handeln. Man weiss mittlerweile, dass das Fasziengewebe weitaus mehr Schmerzrezeptoren beherbergt als andere Gewebearten und massgeblich für unsere Schmerzwahrnehmung mitverantwortlich ist. Daher wird es häufig auch als Sinnesorgan bezeichnet.

Faszien werden aber andererseits auch durch unser autonomes Nervensystem und vorallem unseren Stressnerv (Sympathikus) beeinflusst. Stress, Angst und Anspannung aktivieren diesen wichtigen Nerv, welcher wiederum die Spannung und Grundaktivität in unserem Körper erhöht – und somit auch die Spannung in unseren Faszien.

Bleibt dieser Tonus dauerhaft, kann dies zu Bewegungseinschränkungen führen, da die Faszien sich nicht mehr geschmeidig bewegen können. Dies kann langfristig zu unterschiedlichsten Schmerzsyndromen führen.

Bei Entspannung und Gelassenheit überwiegt die Aktivität des Entspannungsnervs (Parasympathikus), dadurch lässt auch die innere Spannung nach und somit auch die der Faszien.

 

Was sind myofasziale Triggerpunkte?

In dem verspannten Fasziengewebe können sich kleine Verspannungen des Muskel-Fasziengewebes bilden. Diese können bei einer grösseren Ansammlung zu typisch knotigen und schmerzhaft tastbaren Verhärtungen führen, welche wir häufig auch bei uns selbst ertasten können.

Diese sorgen für lokale Verspannungen, Bewegungseinschränkungen und können letztendlich auch als Schmerz wahrgenommen werden.

 

Wie trainiere ich meine Faszien durch meine Yogapraxis und spezielles Faszientraining?

Es ist wichtig, dass wir unsere Faszien insgesamt möglichst geschmeidig halten und zusätzlich auch auf das Lösen der lokalen Triggerpunkte einen Fokus setzen. Yoga für sich und in Kombination mit speziellem Faszientraining bietet hierbei eine wunderbare Möglichkeit, die Faszien zu lösen und langfristig gesund und elastisch zu halten.

Yoga wird per se als super Faszientraining angesehen, da es sich dabei um vielfältige und multidrektionale Bewegungen handelt, welche die Faszien in alle möglichen Richtungen dehnen, strecken und öffnen. Die einzelnen Asanas sind so komplex, dass sie immer vernetzte Strukturen im Körper ansprechen. Nur ein feines Zusammenspiel dieser solche Bewegungen erst ermöglicht.

 

faszien yoga herzposotion

Yin Yoga ist zudem eine wunderbare Praxis für unser Fasziengewebe, da hier verschiedene Dehnung ohne übermässige Muskelkraft für mehrere Minuten gehalten werden. Dabei werden lange Faszienbahnen im Körper sanft in die Länge gezogen.

Im Fachjargon nennt man das Soft Tissue Stretching. Durch die sanfte Stimulation wird das Gewebe stimuliert und der Stoffwechsel angeregt.

Zudem kann man in seine tägliche Yogapraxis ganz wunderbar einige Elemente des Myofaszialen Releasing einbauen, welches ein weiterer wichtiger Zugang zum Lösen der Faszien ist.
Hierbei wird mit Unterstützung durch ein Hilfsmittel (z. B. Faszienrollen, Bälle unterschiedlicher Grösse oder einem Yogablock) lokal langsam und kontinuierlich Druck auf ein umschriebenes Körperareal (z.B. Nacken oder zwischen den Schulterblättern) ausgeübt. So wird die Versorgung des Gewebes angeregt, myofasziale Triggerpunkte können gelöst werden und die Durchblutung wird gefördert. Des kann zu einer verbesserten Beweglichkeit sowie Reduktion von Schmerzen führen.

 

Ist Faszienyoga für jeden geeignet?

Grundsätzlich ja, denn es bietet ganz einfach tief wirksame Möglichkeiten um die eigenen Verspannungen zu lösen und so ein besseres Körpergefühl zu bewirken. Solltest du eine spezifische und schon lang bestehende Symptomatik, starke Schmerzen, eine kürzliche Operation oder Verletzung haben, so solltest du das Praktizieren natürlich mit einem erfahrenen Physiotherapeut, Yogalehrer oder Arzt vorher genau absprechen und spezifisch an dich anpassen.

 

Faszienyoga für zu Hause

Da ich selbst von der Effektivität des Faszienyogas überzeugt bin, habe ich eine 4-teilige Yogavideo-Serie für dich entwickelt, die du ganz bequem zu Hause durchführen kannst.

 faszien yoga umkehrhaltung block

Jedes der vier 60-minütigen Videos setzt einen anderen Fokus:

  1. Yin & Faszien Flow mit Fokus Schultern & Nacken
  2. Yin & Faszien Flow mit Fokus Wirbelsäule & Rücken
  3. Yin & Faszien Flow mit Fokus Hüftöffner
  4. Yin & Faszien Flow mit Fokus Beine, Hamstrings und Füsse

Mit jedem der Videos kann unabhängig und selbstständig praktiziert werden. Sie sind für alle Level geeignet. Es werden lediglich ein paar Hilfsmittel benötigt: Bälle, Yogablöcke und optional ein Yoga Bolster.

 

Wenn du einmal hineinschnuppern möchtest, habe ich ein Geschenk für dich:

Mit diesem 30-minütigem Yin & Faszien Flow kannst du deinen ganzen Körper in die Entspannung bringen, Verspannungen lösen und dich nach einem vollen Tag wunderbar zur Ruhe bringen. Wähle zwischen einer Version mit und ohne Musik:

 

 30-minutiger Yin & Faszien Flow mit Musik

 30-minutiger Yin & Faszien Flow ohne Musik

 

Du willst mehr davon? – Hier geht’s zur vierteiligen Video Serie. Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Praktizieren!

in good health, janna