Samstags-Inspiration: Bettina von OH MY YOGI

12 Juni 2015 |

Kategorien:Interviews

Heute möchte ich euch Bettina vorstellen. Sie ist das Gesicht hinter dem wunderbaren Blog OH MY YOGI. Dort teilt sie mit viel Expertise ihr Wissen über das Thema Yoga leben und lehren. Ihre Artikel sind eine wunderbare Inspirationsquelle für alle, die Yoga unterrichten oder sich für eine tiefgehende Yoga Praxis interessieren.

Ich nutze ihren Blog häufig als wertvolle Ressource für meine eigenen Yogastunden oder als Denkanstoß.
Folgende Blogposts haben es mir besonders angetan:

 

Yoga und eine regelmäßige Praxis sind für mich eng mit Gesundheit verknüpft, daher freut es mich umso mehr Bettina zu diesem Thema zu interviewen.


Liebe Bettina, was bedeutet Gesundheit für dich?

Mal abgesehen von der Abwesenheit von Krankheit, ist Gesundheit für mich ein Zustand, in welchem Körper und Geist miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten. Was erfordert, dass wir ein gutes Körpergefühl und Selbstreflektion entwickeln.Hier kommt zum Beispiel Yoga ins Spiel.
„Yoga hilft uns zu verstehen, dass unserer Inneres und Äußeres je zwei Seiten einer Medaille sind, eigentlich aber fest zusammengehören, und sich eine Störung auf einer dieser beiden Seiten auch immer auf der anderen Seite zeigt. Und er hilft uns sogar die Verbindung, die Brücke, zwischen den beiden Seiten zu entdecken und nutzen zu lernen: Unseren Atem! Gesundheit bedeutet für mich also das Fühlen der Verbindung von Körper, Geist und Atem.“

Was ist dein liebster Gesundheitstip?
Lerne dich auf allen Ebenen (Körper, Geist und Atem) kennen, sei gut zu dir, fordere dich ab und zu mal heraus und liebe dich selbst!


 

Wer oder was inspiriert dich?
Mich inspirieren Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber eines gemeinsam haben: Den Mut ihren eigenen Weg zu gehen und echt zu sein. Sie inspirieren mich, neue, kreative und aufregende Wege in meinem Kopf entstehen zu lassen. Sie geben mir den Mut, diese – meine – Wege auch zu bestreiten. Und sie wecken das Verlangen in mir, immer deutlicher mein wahres Ich von Innen nach Außen zu kehren.


Du hast vor 4 Jahren deinen Job geschmissen, um dich voll auf deine Yogalehrer-Tätigkeit zu konzentrieren. Vor 1 Jahr kam dein neues Herzensprojekt, der Blog „Oh my Yogi“, dazu. Was hat sich seitdem in deinem Leben verändert?
Was sich grundlegend in meinem Leben verändert hat ist, dass es sich jetzt wie MEIN Leben anfühlt. Wenn ich mich zurückerinnere, fühlte ich mich damals – als Angestellte im Büro – sehr fremdbestimmt. Als würde die Entscheidungskraft und die Verantwortung für mein Leben jemand anderem gehören. Heute ist das anders.

„Die Selbstständigkeit ist kein Zuckerschlecken. Ich schaue auf sorgenvollere Nächte und arbeitsreichere Tage zurück, als ich sie als Angestellte hatte. Aber ich habe die Handlungsfreiheit mein Leben selbst zu formen, an Kleinigkeiten die mir nicht gefallen zu schrauben und neue Dinge auszuprobieren. Und ich habe das Gefühl, dass die Arbeit, die ich mache, Sinn ergibt. Sie tut mir gut und sie tut anderen gut.“

 

Früher fühlte ich mich wie in einem endlosen Hamsterrad, heute fühle ich mich, als würde ich Stück für Stück die Form meines Lebens aus einem Granitblock herausmeißeln.


 

Wie arbeitest du als selbstständige Bloggerin und Yogalehrerin? Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?
Einen „typischen“ Arbeitstag gibt es so eigentlich nicht, da ich – entgegen aller Produktivitäts-Tipps – die Flexibilität die ich habe, als kleiner Chaot sehr gerne ausnutze. Eine Struktur wird nur von meinen Yogastunden vorgegeben, die ja auch jeden Tag zu anderen Uhrzeiten sind.

Aber ich versuche es mal: Meistens schlafe ich morgens aus, manchmal gebe ich eine Yogastunde. Da ich ein totaler Langschläfer bin, geht vor der Yogastunde nicht viel. Nachdem ich ausgeschlafen oder die Morgenstunde gegeben habe, frühstücke ich gemütlich und mache Erledigungen (wie Einkaufen, Aufräumen etc.). Mittlerweile ist Mittag und ich setze mich an meinen Schreibtisch, im Sommer auch gerne in die Sonne, und beginne mich den „Bürotätigkeiten“ und Oh my Yogi zu widmen. Das ist ein weites Aufgabenfeld. Meine To-Do-Liste und meine Lust entscheiden was heute dran ist: Nachrichten beantworten, Rechnungen erstellen, Artikel & Newsletter schreiben, Webdesign, Social Media, Kooperationen aushandeln, Yogastunden und -reisen vorbereiten, kreativ vor mich hinträumen und planen…

Abends geht es dann oft noch zu einer weiteren Yogastunde. Danach schließe ich meinen „Arbeitstag“ meist ab und mache mir etwas leckeres zu Essen. Wenn ich viel zu tun habe oder gerade total motiviert an einer Sache bin, setze ich mich aber gerne auch noch bis tief in die Nacht an meinen Laptop. Tage, an denen die Freunde zu verlockend sind oder die Sonne zu schön scheint, gleichen das wieder aus.


 

Was ließe sich deiner Meinung nach in unserem Gesundheitswesen und unserer Einstellung zum Thema Gesundheit verbessern?
Unser Gesundheitssystem ist darauf ausgerichtet, ein Problem schnell und effizient zu behandeln. Darin ist es wirklich gut geworden. Vernachlässigt wird dabei aber die Ursache des Problems, die nach der Behandlung oft bleibt.

Ein Beispiel: Ein Mensch mit Rückenschmerzen bekommt eine Spritze mit Schmerzmitteln und die Rückenschmerzen sind erstmal weg. Das was zu den Rückenschmerzen geführt hat aber leider nicht, und deswegen kehren sie meist zurück.

Ein ganzheitliches Gesundheitswesen, welches mir gefallen würde, setzt genau dort an. Nach der Spritze, die dem Menschen Erleichterung verschafft hat, beginnt der Arzt die Ursache zu erforschen und zu behandeln. Beim Rückenpatient zum Beispiel mit Physiotherapie oder sogar (wenn man Körper und Geist als eine Einheit betrachtet) mit Psychotherapie.


Vielen herzlichen Dank für das Interview, liebe Bettina!