Samsags-Inspiration: Jenny von I LOVE SPA

1 Mai 2015 |

Kategorien:Interviews

Wie jeden Samstag gibt es auch heute eine Portion Inspiration. Diesesmal von Jenny. Sie ist Physiotherapeutin und absolute Expertin für alles zum Thema Spa & Wellness. Ihre Ansichten, Tipps und Tricks kann man auf ihrem wunderbaren Blog I LOVE SPA lesen.
Zum einen findet man dort Spa Empfehlungen (u.a. München, Hamburg und Berlin), allgemeine Produkt-Reviews und das Beste: viele Anleitungen für das Home Spa. Vom Lavendelscrub über die Gesichtsmaske bishin zur ayurvedischen Zungenreinigung spendiert uns Jenny tolle DIY Varianten.
Wie gut, dass Wochenende ist, dann kannst du gleich die Gelegenheit beim Schopfe packen und dir morgen einen Verwöhntag gönnen.

Hier meine Favourites:

Und während dann alles schön einzieht, die Haut strafft und klärt, könnt ihr das Interview mit Jenny zum Thema Gesundheit lesen 🙂

Was bedeutet Gesundheit für dich?

 „Wenn mir körperlich nichts wehtut und das Äffchen in meinem Kopf chillt, fühle ich mich fit und gesund. Am besten gelingt mir das, wenn ich intuitiv esse, worauf ich Lust habe und neben meiner Arbeit für ausreichend Bewegung sorge.“

Wer oder was inspiriert dich?

Puh, das ist eine schwierige Frage. Viele Blog-Ideen ploppen in meinem Kopf auf während ich behandle. Oder wenn ich irgendwelche kreativen Sachen mache. Häkeln, Lackieren, Nähen – all sowas. Aber ich könnte jetzt keine konkreten Personen benennen.

Wie kam es zur Entstehung von I love Spa?

Nachdem ich aus dem chirurgisch/orthopädischen Bereich in die Spa Branche abgedriftet war, stellte ich schnell fest, dass ausser mir kaum wer ausgebildet ist. Es gibt keinerlei Qualitätssicherung. Jeder darf massieren.

„Was sich unter dem Begriff „Wellness“ alles verkaufen lässt, ist ungeheuerlich. Ich hab‘ mich dann ein paar Jahre darüber aufgeregt und irgendwann einfach angefangen, mich selbst drum zu kümmern. Und so entstand der Blog.“

Erstmal nur mit einer Übersicht für Berlin, aber dann kam Hamburg mit dazu und dieses Jahr bin ich schwerpunktmäßig in München unterwegs.  Ich hätte nie damit gerechnet, dass so viele Menschen sich für das interessieren, was ich zu sagen habe. Ich staune jedes Mal auf’s Neue, wenn ich Google Analytics aufrufe.

 

Du bist von deiner Grundausbildung her Physiotherapeutin, arbeitest zudem auf freiberuflicher Basis und bloggst. Wie bringst du das alles unter einen Hut und wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Manchmal weiss ich selbst nicht so genau, wie ich das alles noch auf die Reihe bekomme. Der Blog ist mittlerweile ein Full Time Job. Aber ich monetarisiere ihn nur zaghaft, was zur Folge hat, dass ich ohne meine Arbeit im Treatmentraum nach wie vor verhungern würde. Krasse Challenge, aber es fühlt sich richtig an und die Entwicklung des Blogs bestätigt dieses Gefühl ja auch.

Also ein typischer Tag in Berlin sieht so aus, dass ich nach dem Aufwachen meistens erstmal den Veröffentlichen-Button drücke (Montag, Mittwoch, Freitag, Sonntag) und dann Emails beantworte. Alleine die Emails klauen ganz schön viel Zeit. Das ist fies. Dann gibt es fast täglich irgendeinen Telefontermin oder ein Meeting. Neue Yogastudios probiere ich auch am Vormittag aus. An einigen Tagen bin ich ab 15/16Uhr durch meine Rufbereitschaft im Hotel unflexibler. Dann kann ich am Nachmittag und Abend zwar theoretisch schreiben und mich um Print-Deadlines kümmern, aber keine verbindlichen Termine mehr ausmachen, denn wenn mein Handy klingelt, muss ich sofort los. Ich arbeite mit 60 Minuten Vorlauf.

Allerdings gibt es immer mehr Tage, die ich nicht in Berlin verbringe, sondern in Spas anderswo in Deutschland. Gefühlt verbringe ich mittlerweile irgendwie viel zu viel Zeit in der Bahn. Aber auch, wenn ich woanders bin, um ein Spa auszuprobieren, sieht das ja nicht so aus, dass ich den ganzen Tag nackt rumliege und mich einölen lasse. Im Email-Postfach ist trotzdem die Hölle los und der Blog-Content will auch kontinuierlich weiterproduziert werden.

Ich bin ein großer Fan von Naturkosmetik mit möglichst wenigen Inhaltsstoffen. Welche Produkte kannnst du als Expertin empfehlen und was lässt sich in der Küche selbst gut zaubern?

Seit ich letztes Jahr das NaturkosmetikCamp in Österreich moderiert habe, bin ich sehr vorsichtig mit dem Begriff „Naturkosmetik“.

„Ich mag Produkte, die zum einen natürlich um die Ecke kommen und darüberhinaus auch noch hübsch aussehen. Mit ökigen Produktimages kann ich nicht so viel anfangen.“

Meow Meow Tweet macht ganz gut vor, wie das funktioniert. Ich mag aber auch Spa Brands wie ila, Just Pure oder Spa Manufactur sehr gerne. Zum Thema Selbermachen gibt es ja immer mal wieder ein Rezept in der Home Spa-Kategorie des Blogs. Mein Favorit ist das Kaffee-Peeling!

 

Was ließe sich deiner Meinung nach in unserem Gesundheitswesen und unserer Einstellung zum Thema Gesundheit verbessern?

Das ist ein Thema, zu dem ich mich stundenlang auslassen könnte.

„Ich habe dem Gesundheitssystem ja bereits vor 8 Jahren den Rücken gekehrt, weil es mich vollkommen wahnsinnig gemacht hat, dass alle immer nur den Tunnelblick auf’s Symptom richten. Als Physio, der im 20min-Takt arbeitet, ist da ja auch nicht wirklich Zeit für einen ganzheitlichen Ansatz.“

Vor allem, wenn man bedenkt, dass in den 20 Minuten auch noch die Rezeptgebühr eingetrieben werden muss und Elektro oder eine lauwarme Pelose-Packung angeschlossen oder aufgelegt werden müssen. Das ist leider maximal demotivierend. Daher machen die meisten Physios weiter mit HP (Heilpraktiker-Ausbildung) oder Osteoüathie, um irgendwann autarker arbeiten zu können. Meiner Meinung nach wäre eine sehr viel kostengünstigere und auch ganzheitlichere Patientenversorgung möglich, allerdings wär dieses Modell deutlich weniger sexy für Pharmalobby & Co.

Danke für das Interview, liebe Jenny!