Warum im Ayurveda Zungenschaben so wichtig für die Mundhygiene ist
Zugegeben, die Worte Zungenschaben und Mundhygiene sind nicht unbedingt die attraktivsten, es handelt sich dabei aber um ein sehr wichtiges Thema, wenn es um deine tägliche Gesundheit geht.
Zähneputzen machen die meisten von uns automatisch. Wir stellen uns die Frage gar nicht ob wir da nun Lust zu haben oder nicht, sondern greifen einfach morgens und abends zur Zahnbürste. In der ayurvedischen Medizin ist das mechanische Reinigen der Zähne mittels Bürste aber nur ein Bestandteil des täglichen Reinigungsrituals. Daneben haben das Ölziehen und eben auch das Zungenschaben eine elementare Bedeutung.
Unsere Zunge – mehr als ein reiner Muskel
Die Zunge ist ein sehr starker Muskelkörper, der uns immens beim Sprechen, Kauen, Saugen und Schlucken unterstützt. Neben diesen motorischen Funktionen ist unsere Zunge aber auch ein Sinnesorgan mit dem wir verschiedene Geschmacksrichtungen, wie z.B. süß oder sauer, Konsistenz und Temperatur der aufgenommenen Nahrungsmittel wahrnehmen können.
Unsere Zunge ist von einer Schleimhautschicht überzogen, enthält die sensiblen Geschmacksknospen und im hinteren Bereich lymphatisches Gewebe, welches für die Immunabwehr wichtig ist.
So kommt unsere Zunge tagtäglich also mit vielen Komponenten der Außenwelt in Form von Nahrung und Flüßigkeiten, aber auch Bakterien und Co. in Kontakt.
Unsere Zunge – Spiegel der „Innenwelt“
Auch über unsere Innenwelt und unseren Gesundheitszustand sagt der Zustand unserer Zunge enorm viel aus. In der ayurvedischen Medizin wird die Zunge als Verlängerung des Magen-Darm-Traktes angesehen. Die Beschaffenheit und auch der Belag helfen bei der Einschätzung der allgemeinen Gesundheit und geben Hinweise auf mögliche Dysbalancen.
Die auf der Zunge befindlichen Beläge werden als ausgeschiedene Abfallprodukte und Giftstoffe des Körpers angesehen. Werden diese Beläge (ähnlich wie die Beläge auf den Zähnen) regelmäßig entfernt, so werden Rückstände und Bakterien entfernt, der Geschmackssinn bessert sich und Mundgeruch wird vorgebeugt.
Zudem hat diese tägliche Reinigung einen positiven Effekt auf die Verdauung.
Wie funktioniert das Zungenschaben?
Das tägliche Zungenschaben ist sehr einfach in der Anwendung und wird dir bald in deine tägliche Routine übergehen. Du brauchst einen speziellen Zungenschaber, den es in Drogeriemärkten oder Reformhäusern für ein paar Euro zu kaufen gibt. Alternativ kannst du aber auch ganz einfach einen Teelöffel benutzen.
Führe die Zungenreinigung am besten morgens und abends durch, da sich dann die meisten Beläge gesammelt haben. Setze den Schaber hinten an der Zunge (Achtung, nicht zu weit hinten, sonst gibt es einen unangenehmen Würgereflex!) an und zieh ihn mehrmals sanft bis zur Zungenspitze. Zwischendurch kannst du den Schaber kurz unter laufendes Wasser halten um ihn zu reinigen. Spüle anschließend deinen Mund mehrmals gründlich aus. Und das war es schon!
In welcher Reihenfolge soll ich morgens Zähneputzen, Ölziehen und die Zunge reinigen?
Hier scheiden sich die (ayurvedischen) Geister und jeder macht das nach eigenem Gusto. Ich persönlich beginne mit dem Ölziehen, reinige dann die Zunge und putze anschließend die Zähne. Wenn du einen anderen Ablauf favorisierst, dann gerne. Egal wie, das wichtigste ist: Just do it!
Ich bin gespannt von dir zu hören, wie es bei dir funktioniert und was du für positive Veränderungen wahrnimmst.
Oder praktizierst du das Zungenschaben schon länger? Was sind deine Erfahrungen damit?
Ich freu mich von dir zu hören!
Janna





Hallo Janna,
meine Zunge reinige ich nun schon einige Jahre. Ohne geht es einfach nicht mehr, ich fühle mich nicht wohl. Gerade am Abend ist der Belag auf der Zunge ja nicht klar, sondern je nach Lebensmittel gefärbt, was ich nicht wusste bevor ich mir einen Zungenreiniger zugelegt habe. Die Vorstellung, diesen Belag auf meiner Zunge zu lassen finde ich eklig. Das Gefühl nach der Reinigung ist einfach super.
Vielen Dank auch für deinen Artikel über das Ölziehen. Ich habe schon einige Male etwas darüber gelesen, aber erst dein Artikel hat mir den letzten Schubs gegeben. Und darüber bin ich wirklich froh. Mein Mund fühlt sich schon nach dem Ölziehen viel sauberer an und bereits jetzt bin ich vom Ölziehen überzeugt.
Viele Grüße
Maike
Liebe Maike,
wie gut zu hören! Ja, manchmal benötigt man einfach einen kleinen letzten Schubs. Lass mich wissen wie es im Verlauf so geht mit dem Ölziehen!
Herzliche Grüße,
Janna
Toller Artikel 🙂 Ich habe mich auch schon oft gefragt in welcher Reihenfolge ich die die ganze Prozedur machen sollte. Bei mir ist es Ölziehen, Zähneputzen, Zungeschaben. Kannst Du ein besonderes Öl empfehlen oder reicht auch normales Sonnenblumenöl ? liebe Grüße Milena
Hallo liebe Milena,
wie schön von dir zu hören! Ich nutze ein Kokosöl aus dem Bioladen, aber letztendlich ist es im wahrsten Sinne des Wortes einfach eine Geschmackssache! Im Artikel über das Ölziehen gehe ich da näher drauf ein: https://www.in-good-health.com/oelziehen/
Ich sende dir liebe Grüße,
Janna
Super! Vielen Dank für die Info 🙂 und liebe Grüße auch an Dich
Hy Janna!
Danke für den tollen Beitrag! Mein Teelöffel und ich sind seit einigen Monaten die besten Freunde, wenn es um Mundhygiene geht. 🙂 Ich hätte aber eine Frage zum Ölziehen: Im Internet lese ich recht häufig, dass Ölziehen und Amalgam sich auf Dauer nicht vertragen, weil es die Plombenbeschaffenheit angreift und das Metall sich in Kleinstmengen lösen kann. (Ich weiß, ich weiß – Amalgamplomben sind eigentlich ein NoGo.) Hast du da, als Ärztin, vielleicht Infos dazu? Würdest du Ölziehen in diesem Fall auch empfehlen? LG Tanja
Liebe Tanja,
vielen lieben Dank für dein Feedback – mit Amalgan und Ölziehen kenne ich mich leider nicht wirklich aus, ich habe bisher noch nichts diesbzgl. gehört bzw. „handfestes“ dazu recherchieren können. Frag das doch am besten deinen behandelnden Zahnarzt, der kann dir da sicher weiterhelfen (und gib mir gern Rückmeldung, damit ich dann auch schlauer bin :-))
Tut mir leid!
Herzliche Grüße,
Janna