Covid Blogpost

2 März 2022 |

Kategorien:Allgemein, Ayurveda, ganzheitliche Medizin, Healthy Body, Healthy Life, Healthy Mind, Interviews

Die Inhalte dieses Artikel ist ausschließlich zu informativen Zwecken gedacht und ersetzt keine ärztliche Konsultation bzw. adäquate medizinische Beratung oder Therapie. Bei körperlichen Beschwerden jeglicher Art ist daher zunächst ein ärztlicher Rat bzw. eine ärztliche Diagnostik einzuholen und eine Behandlungsstrategie mit einem Arzt zu besprechen. 

Strategien zur begleitenden Behandlung der akuten Corona-Infektion

Seit nun 2 Jahren hält ein Virus die ganze Welt in Schach und es gibt wohl kaum jemanden, der davon nicht in irgendeiner Art und Weise im täglichen Leben betroffen ist. Die Verunsicherung und Angst ist bei vielen Menschen groß und erzeugt innerlich ziemlichen Stress. Genau den Faktor, von dem wir alle meist schon genug haben und der unser Immunsystem auf Dauer in die Knie zwingt.

Im Ayurveda spielt Prävention und die Stärkung des Milieus eine große Rolle, um sich gegen Krankheitserreger und Umwelteinflüsse zu wappnen und die fein abgestimmte Balance im Körper aufrechtzuerhalten. Besonders in den aktuellen Zeiten scheint es wichtiger denn je, das Immunsystem zu stärken.

Der Ayurveda bietet hier zahlreiche Tipps und Empfehlungen, die sich nicht nur auf Corona, sondern auch auf Erkältungen und Grippe anwenden lassen und helfen geschützter durch diese Zeiten zu kommen.

 

Corona – manchmal ein Chamäleon 

Die Symptome einer Corona Infektion sind von ihrer Ausprägung her sehr variabel und lassen sich nicht immer leicht von einer Erkältung oder Grippe unterscheiden. Selbst zwei zeitgleich Erkrankte innerhalb einer Familie können ganz unterschiedliche Symptome zeigen. Klassische Merkmale, wie Fieber, Husten, starker Kopfschmerz in den ersten 3 Tagen, sowie Magen-Darm-Störungen und Geschmacks- und Geruchsverlust können auftreten. Viele Erkrankte zeigen jedoch auch abweichende Symptomatiken, wie starke Unruhe, Gliederschmerzen und Schlafstörungen.

 

Symptome bei bestehenden Vorerkrankungen

Gibt es bereits bestehende Veränderungen im Körper, wie beispielsweise wiederkehrende Gelenkschmerzen oder Schilddrüsenerkrankungen, beschreiben Betroffene gehäuft eine Verstärkung dieser Symptome während einer akuten Corona Infektion. Die Infektion scheint somit ein kurzzeitiges Wiederaufflammen zu begünstigen, bildet sich aber in der Regel schnell zurück.

Besonders interessant ist dieser Punkt im Zusammenhang mit Depressionen, Angsterkrankungen und Panikstörungen, die sich durch die Infektion zurückmelden können, obwohl sie vielleicht seit langer Zeit überwunden waren. 

Das Gleiche lässt sich bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen beobachten; Menschen mit einem Morbus Crohn oder einer Colitis bekommen nicht selten zeitgleich einen Schub, der auch nach der akuten Infektion weiter anhalten kann. 

Mit den richtigen Strategien lassen sich diese Begleiterscheinungen jedoch meist schnell wieder in den Griff bekommen.

 

Was tun bei akuter Infektion?

Wenn es einen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erwischt, kommen vielleicht erstmal Ängste hoch und das Gefühl allein damit zu sein. Die folgenden Punkte sollen dir einen Leitfaden an die Hand geben, um dich so gut wie möglich durch den Prozess zu begleiten: 

 

1. Flüssigkeitszufuhr erhöhen:

  • alle 30 Minuten schlückchenweise heißes Wasser trinken - hierfür sollte das Wasser mindestens 15 Minuten sprudelnd auf dem Herd abgekocht werden
  • für eine fiebersenkende und antientzündliche Wirkung können zusätzlich frische Scheiben Ingwer und Kurkuma z.B. in einem Teesieb mitgekocht werden
  • zusätzlich kann über den Tag verteilt auch Kapha-Tee getrunken werden, der durch seine erhitzenden und scharfen Komponenten ideal geeignet ist Schleimansammlungen und Ama abzubauen 

 

2. Ernährung anpassen:

Ziel: Dem Verdauungstrakt eine Pause gönnen: je weniger der Darm mit anstrengender Verdauungsarbeit beschäftigt ist, desto mehr Ressourcen stehen dem Körper für die Infektabwehr zur Verfügung. 

  • nur essen, wenn echter Hunger besteht, bei fehlendem Appetit gern Mahlzeiten ausfallen lassen
  • Süßungsmittel und Zucker reduzieren
  • Fettkonsum einschränken, insbesondere tierische Fette verringern oder weglassen, da sie schwer verdaulich sind und eine lange Verweildauer im Magen-Darm-Trakt haben
  • Getreideprodukte reduzieren, da diese eher schleimbildend wirken und Kapha, was sich durch die Erkrankung bereits erhöht, weiter ansteigen lässt 

Konkrete Ernährungstipps für die ersten Krankheitstage:

AKUTPHASE: 

  • In den ersten 3–4 Tage oder solange Fieber besteht, sollte so leicht wie möglich gegessen werden. Der Ayurveda empfiehlt für diese Zeit eine leichte Reissuppe, für die der Darm kaum Verdauungskraft benötigt. Hierfür werden 1 Tasse Reis mit 14–16 Tassen Wasser vermischt und solange köcheln gelassen, bis der Reis ganz weich und die Suppe sämig wird. Die Suppe kann dann nach Belieben mit Salz, Gewürzen und frischen Kräutern abgeschmeckt werden und über den ganzen Tag verteilt gegessen werden.

AUFBAUPHASE: 

  • Wenn das Fieber abgeklungen ist und der Appetit zurückkommt, kann mit dem Kostaufbau begonnen werden: hier empfiehlt sich eine pflanzenbasierte Kost mit wenig Fett und unverarbeiteten Produkten.
  • Ergänzend können grüne Smoothies in Zimmertemperatur eine wunderbare Ergänzung sein, um auch bei wenig Appetit wertvolle Nährstoffe und genügend Flüssigkeit aufzunehmen. 
  • Gemüsesuppen und auch die traditionelle Hühnersuppe (abgeschöpft, fettarm) sind leicht verdaulich und geben dem Körper die Kraft zurück.

 

3. Lebensstil – dem Körper Ruhe gönnen

  • Es stellt sich automatisch ein starkes Ruhebedürfnis ein, dem unbedingt nachgegangen werden sollte. Viel Ruhe hilft den Parasympathikus zu aktivieren, den Teil des autonomen Nervensystems, der für Regeneration und Heilung zuständig ist.
  • Früh zu Bett gehen bis spätestens 22 Uhr.
  • Anstrengende Bildschirmarbeit unbedingt reduzieren.
  • Regelmäßiges Stoßlüften und etwas in Bewegung kommen, hilft dem Kreislauf und besonders der Lunge auch die tiefen Lungenabschnitte zu belüften und den Körper mit Sauerstoff anzureichern.
  • Bei Druck auf der Brust zusätzlich atemstimulierende Einreibungen durchführen, z.B. mit einem Erkältungsbalsam oder selbst hergestellt aus 50 ml Sesamöl vermischt mit 10 Tropfen Thymian- oder Eukalyptusöl.
  • Wer eine Meditations- oder Pranayama Praxis hat, kann diese in der Zeit mehrmals täglich anwenden. Beide Techniken wirken unterstützend und regenerierend.
  • Fieber nicht medikamentös senken, Fieber erfüllt an dieser Stelle eine wichtige Funktion, um den Erreger abtöten zu können. Eine natürliche Art hohes Fieber zu kontrollieren, kann durch Wadenwickel oder durch einen Einlauf erfolgen.

Im Krankheitsfall meiden

  • Auf zu starke Hitze durch Sauna oder Vollbäder, sollte verzichtet werden. Diese wirken in dieser Zeit zu kreislaufbelastend.  
  • Keinerlei körperliche Anstrengung wie Yoga Asanas oder andere sportliche Betätigungen.
  • Keine Abhyangas, also Ölmassagen des gesamten Körpers.

 

4. Immunabwehr im Krankheitsfall gezielt anregen

Im Ayurveda gibt es zahlreiche Empfehlungen für wirksame Kräuterrezepturen, die sich unterstützend auf den Krankheitsverlauf auswirken. Aus rechtlichen Gründen können diese Präparate hier nicht ohne weiteres genannt werden und sollten nur nach Rücksprache und Verordnung eingenommen werden. 

Ergänzend besteht die Möglichkeit die Immunantwort durch eine ein- bis zweiwöchige Hochdosis-Vitamin-Kur stark anzuregen. Aufgrund einer oft recht einseitigen Ernährung und einem allgemeinen Nährstoffverlust in der Nahrung bestehen von Grund auf nicht selten Mangelzustände, die eine normale Funktion des Immunsystems in seiner vollen Bandbreite gar nicht erst erlauben. Daher kann ein Auffüllen der Speicher auf vielen Ebenen zu einer Verbesserung des Zustands führen:

(Die genaue Dosierung ist mit einem Arzt zu besprechen)

  • Vitamin A - zum Aufbau der Schleimhaut und Stimulierung der T-Zell Bildung
  • Vitamin B Komplex - B-Vitamine unterstützen die Aufgabe der Immunzellen Viren schneller zu identifizieren und zu bekämpfen
  • Vitamin C - unterstützt die Arbeit der weißen Blutkörperchen und hilft bei der Antikörperbildung (wenn Durchfälle auftreten die Dosis reduzieren)
  • Vitamin D, in Kapselform oder in Tropfenform - Vitamin D ist DER Türöffner schlechthin, wenn es um ein aktives Immunsystem geht
  • Vitamin E - unterstützt die Bildung von Antikörpern
  • Zink - schützt die Schleimhaut und hemmt Viren an der Anhaftung und Vermehrung im Nasen-Rachen-Bereich

Vitamin D  ist ein sehr wichtiger Faktor für die Aktivität des Immunsystems. 

Bestimmte Abwehrzellen, die sogenannten T-Zellen, sind essentiell für die Bekämpfung von Krankheitserregern. Vitamin D spielt hier eine Schlüsselrolle und dockt an Rezeptoren auf der Oberfläche der T-Zellen an. Dies sorgt für eine Aktivierung und ermöglicht erst eine starke Immunantwort. Wenn ein Vitamin D Mangel besteht, fehlt den T-Zellen der nötige Reiz um aktiv zu werden. 

Stell dir vor du sitzt in deinem Auto und willst losfahren, aber du hast deinen Autoschlüssel nicht dabei – du wirst wohl nicht weit kommen. 

So ähnlich verhält es sich mit Vitamin D und der T-Zell-Aktivität mit der Folge einer Immunschwäche. Zahlreiche Studien belegen seit Jahren den positiven Effekt von Vitamin D auf verschiedene Krankheitsverläufe. Besonders bei Corona Infektionen spielt daher ein guter Vitamin D Spiegel eine wirklich wichtige Rolle und sollte unbedingt berücksichtigt werden.

Die Therapie ist sehr kostengünstig und kann ganzjährig durchgeführt werden. Empfehlenswert sind Vitamin D Tropfen, um eine gewichtsadaptierte Dosierung möglichst leicht umsetzen zu können. Natürlich macht es Sinn den Spiegel einmal im Jahr kontrollieren zu lassen und nach Bedarf anzupassen. Das ist heute sogar schon durch Testkits von zuhause möglich.

 

Für den Alltag

  • leichte, warme, pflanzenbasierte Kost
  • viel heißes Wasser, gern mit Ingwer
  • ausreichend Pausen und früher Schlaf
  • genügend Abstand zwischen den Mahlzeiten
  • gern ein Flüssigkeitstag pro Woche, wo nur Flüssigkeiten, wie Smoothies oder pürierte Suppen zu sich genommen werden als wöchentlicher Entlastungstag
  • Vitamin D Spiegel anheben und in Zeiten mit besonderer Belastung gern mit Vitamin C und Zink phasenweise ergänzen

 

Abschließend lässt sich sagen, dass es in aktuellen Zeiten wichtiger denn je ist das persönliche Stresslevel so gering wie möglich zu halten und den Alltag, sowie die Ernährung nach ayurvedischen Grundprinzipien auszurichten. Nur so gelingt es uns Ojas, also Lebensenergie, nachhaltig aufzubauen und uns ohne Angst unserer Umwelt und dem Leben stellen zu können.