Ayurveda for Life Planer

Ölziehen und Co -
so funktioniert die ayurvedische Mundhygiene

Deine ayurvedische Morgenroutine -
Step by Step erklärt

Im folgenden möchte ich dir gerne drei Klassiker der ayurvedischen morgendlichen Reinigung vorstellen, die sehr wirkungsvoll sind. Sie benötigen nicht viel Zeit und lassen sich daher wunderbar mit anderen Praktiken, die dir einen ruhigen und entspannten Start in den Tag ermöglichen, kombinieren. 

Im Ayurveda steht besonders die Verdauung im Fokus, denn sie ist stark für unsere allgemeine Gesundheit verantwortlich. Der Verdauungstrakt beginnt hierbei aber schon im Mundraum mit all seinen Bestandteilen. Gerade in der nächtlichen Pitta-Phase finden viele Stoffwechselprozesse statt und der Magen-Darm-Trakt hat Zeit sich zu regenerieren. Dabei sammeln sich Stoffewechselrückstände an, die der Körper nicht mehr benötigt. Diese werden Nachts zum Beispiel über Schweiss ausgeschieden. Die Stoffwechselrückstände sammeln sich aber auch in der Mundschleimhaut und -höhle an. Du kannst dies am Morgen durch einen unguten Geschmack im Mund wahrnehmen. Daher wird im Ayurveda empfohlen den Mundraum als obersten Part des Verdauungssystems gründlich zu reinigen. 

Hier in der westlichen Welt kennen wir vor allem das Zähneputzen. Aber die alleinige Reinigung der Zähne ist aus ayurvedischer Sicht nicht ausreichend. Daher wird die morgendliche Mundhygiene um zwei wichtige Bestandteile erweitert, dem Zungenschaben und Ölziehen.

Zungenschaben

Das Zungenschaben hat auch in unserer westliche Naturheilkunde einen traditionellen Stellenwert und ist daher unseren Kulturkreisen per se nicht fremd, sondern lediglich etwas in Vergessenheit geraten.

Unsere Zunge – mehr als ein reiner Muskel

Die Zunge ist ein sehr starker Muskelkörper, der uns immens beim Sprechen, Kauen, Saugen und Schlucken unterstützt. Neben diesen motorischen Funktionen ist unsere Zunge aber auch ein Sinnesorgan mit dem wir die verschiedenen Geschmacksrichtungen, Konsistenzen und Temperaturen der aufgenommenen Nahrungsmittel wahrnehmen können.

Unsere Zunge ist von einer schützenden Schleimhautschicht überzogen, enthält die sensiblen Geschmacksknospen und im hinteren Bereich lymphatisches Gewebe, welches für die Immunabwehr wichtig ist.

So kommt unsere Zunge tagtäglich mit vielen Komponenten der Außenwelt in Form von Nahrung und Flüssigkeiten, aber auch Bakterien und Keimen in Kontakt.

Unsere Zunge – Spiegel der «Innenwelt»

Auch über unsere Innenwelt und unseren Gesundheitszustand sagt der Zustand unserer Zunge enorm viel aus. In der ayurvedischen Medizin wird die Zunge als wichtige obere Verlängerung des Magen-Darm- Traktes angesehen. Die Beschaffenheit und auch der Belag helfen bei der Einschätzung der allgemeinen Gesundheit und geben Hinweise auf mögliche Dysbalancen.

Daher ist die Zungendiagnose ein wesentlicher Bestandteil der ärztlichen ayurvedischen Diagnose.

Die auf der Zunge befindlichen Beläge werden als ausgeschiedene Abfallprodukte und Giftstoffe des Körpers angesehen. Werden diese Beläge (ähnlich wie die Beläge auf den Zähnen) regelmäßig abgetragen, so werden Rückstände, Giftstoffe und Bakterien entfernt, der Geschmackssinn bessert sich erheblich und Mundgeruch wird vorgebeugt.

Zudem hat diese tägliche Reinigung einen positiven Effekt auf die Verdauung, da das mechanische Schaben dem Magen-Darm-Trakt erste Signale gibt sich auf die Verdauung vorzubereiten.

Wie funktioniert das Zungenschaben?

Das tägliche Zungenschaben ist sehr einfach in der Anwendung und kann ganz schnell in deine tägliche Routine übergehen. Du brauchst einen speziellen Zungenschaber, den es in Drogeriemärkten oder Reformhäusern kostengünstig zu kaufen gibt. Alternativ kannst du aber auch ganz einfach einen Teelöffel benutzen.

Führe die Zungenreinigung am besten auch morgens durch, da sich dann die meisten Beläge gesammelt haben. Setze den Schaber hinten an der Zunge (Achtung, nicht zu weit hinten, sonst gibt es einen unangenehmen Würgereflex!) an und zieh ihn mehrmals sanft bis zur Zungenspitze. Zwischendurch kannst du den Schaber kurz unter laufendes Wasser halten um ihn zu reinigen. Spüle anschließend deinen Mund mehrmals gründlich aus. Und das war es schon.

Ölziehen

Ölziehen ist eine ganz einfache Methode zur täglichen Entgiftung, die sowohl in der Naturheilkunde als auch in der ayurvedischen Medizin verwendet wird.

In beiden medizinischen Systemen wird angenommen, dass man über die Mundschleimhaut den Organismus entgiften kann. Im Ayurveda zählt der Mundraum zum Verdauungstrakt, in welchen vor allem über Nacht, wenn wir nicht regelmässig schlucken, trinken oder Speichel produzieren eine Akkumulation von aufsteigenden Giftstoffen aus den unteren Ebenen des Verdauungstraktes erfolgt. Diese sammeln sich als Beläge auf Zunge, Zähnen und Schleimhäuten und sind unter anderem für Mundgeruch und einen schlechten Geschmack im Mund verantwortlich. Daher sollten neben dem Zähneputzen auch die weiteren Bereiche des Mundraumes täglich gründlich gereinigt werden.

Zusätzlich hat das tägliche Ölziehen einen sehr positiven Effekt auf die allgemeine Mund- und Zahngesundheit, welche auch in der westlichen Medizin mittlerweile bekannt sind:

  • gründliche Entfernung von Belägen und Verfärbungen
  • Stärkung der Zähne und Karies-Prävention
  • Vorbeugung von Entzündungen und Aphten (schmerzhafte kleine Entzündungen im Mundraum)
  • Bekämpfung von Mundgeruch
  • Ölziehen regt die Speicheldrüsen an und fördert so die Ausscheidung von schädlichen und toxischen Stoffen aus dem Organismus. Der Blutfuss in den Drüsen erhöht sich durch das Ölziehen um das drei- bis vierfache, und bewirkt so eine bessere Durchblutung des Gewebes im Mundraum, was wiederum zu einer besse­ren Schlackenausscheidung führt. Zudem enthält der Speichel wichtige und gesundheitsfördernde Enzyme, welche für die Abwehr und Immunreaktion wichtig sind. So können krankmachende Erreger besser bekämpft werden.

In verschiedenen Literaturangaben wird zudem auch eine Verbesserung von Allergien, Hautproblemen, Bronchitis und Rheuma beschrieben. Hierzu existieren bisher es keine «harten Beweise» in Form von Studien, aber es gibt viele verschiedene Erfahrungsberichte.

Subjektiv hinterlässt das Ölziehen ein sauberes Gefühl im Mund und die Zähne fühlen sich oftmals nach einiger Zeit glatter an. Unangenehme kleine und oberflächliche Verfärbungen, die sich häufig nur mit Hilfe professioneller Zahnreinigung entfernen lassen, verschwinden oftmals ganz von alleine durch regelmässiges Ölziehen.

Wie funktioniert es?

Als erstes morgens nach dem Aufwachen und auf nüchternen Magen ist die beste Zeit.

Idealerweise noch bevor du etwas trinkst, denn ansonsten würdest du ja all die angesammelten Stoffe mit deinem morgendlichen Getränk mit hinunter spülen statt dich von ihnen zu befreien.

  • Nimm 1 Teelöffel Öl in den Mund (wenn du das Gefühl hast, dass du so zu viel Öl im Mund hast und keine richtigen Bewegungen mehr machen kannst, dann nimm das nächste Mal einfach etwas weniger)
  • Bewege das Öl nun kräftig hin und her (ähnlich wie bei einem Mundwasser), zieh es durch die Zahnzwischenräume und mach Kaubewegungen, dadurch werden die Giftstoffe mobilisiert und in der öligen Substanz gebunden
  • Mach das ganze Prozedere für mindestens 10 Minuten. Das hört sich erst einmal lang an, ist es aber unterm Strich nicht, da du diese Zeit schon einmal nutzen kannst, um Wasser aufzukochen, zu duschen, etc.
  • Spuck anschliessend das Öl in ein Papiertuch – schluck es bitte nicht herunter, sonst entfernst du die ganzen Toxine und Co. nicht, sondern beförderst sie gleich wieder in deinen Verdauungstrakt, wo sie wieder resorbiert werden. Du wirst sehen, dass sich das Öl sowohl in Farbe als auch Konsistenz stark verändert hat. Dies passiert durch die Bewegung im Mund und durch die nun darin gebundenen Stoffwechselrückstände.
  • Entsorge das Öl im normalen Abfall und bitte nicht über die Toilette bzw. spuck es es nicht ins Waschbecken. So tust du auch der Umwelt etwas Gutes!
  • Spül deinen Mund mehrmals gründlich mit Wasser aus.

Welches Öl eignet sich zum Ölziehen?

Traditionell wird im Ayurveda Sesamöl verwendet. Sollte dir dieses zu intensiv im Geschmack sein, so kannst du auf die hier vorgestellten Alternativen wechseln. Grundsätzlich sollte immer auf eine besonders gute Bioqualität Wert gelegt werden:

Öl

Eigenschaften

Sesamöl

  • Wirkt besonders nährend, wärmend und befeuchtend
  • kann bei Paradontose & Zahnfeischentzündunen unterstützend wirken

Sonnenblumenöl

  • Sehr leichtes Öl, welches nur leicht befeuchtend wirkt
  • geschmacklich eher neutral

Leinöl

  • Wird im Ayurveda v.a. eingesetzt wenn eine Neigung zu Infekten der Atemwege (Asthma, Bronchitis, etc.) besteht
  • etwas herber im Geschmack, kann gut mit einem neutralen Öl (z.B. Sonnenblumenöl) gemischt werden

Olivenöl

  • Wirkt sehr nährend und tiefenreinigend

Weizenkeimöl

  • regt laut dem Ayurveda das Gewebe zur Regeneration an
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Über Janna

Dr. med. Janna Scharfenberg ist praktische Ärztin, Ayurveda Expertin, Bestseller-Autorin, Yogalehrerin sowie Gesundheits- und Ernährungscoach. Mit ihren vielfältigen Aus- und Weiterbildungsangeboten, Büchern sowie wöchentlichen Podcast möchte sie möglichst viele Menschen zu einem einfach gesunden Leben inspirieren.

Janna lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist im gesamten deutschsprachigen Raum für Vorträge unterwegs.

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