Künstliche Intelligenz und unsere inneren Intelligenzen: Ein persönliche Perspektive

Warum ich glaube, dass wir gerade viel mehr brauchen als nur die richtigen KI-Tools

Ich möchte ein paar Gedanken mit dir teilen, die mich in den letzten Wochen wirklich beschäftigt haben. Denn wenn du mich schon länger verfolgst, weißt du: Es dreht sich gerade überall um künstliche Intelligenz, und ich bin dabei, dieses Thema ganz bewusst aus der ganzheitlichen, aus der ayurvedischen Perspektive zu integrieren. Ich finde das extrem wichtig, gerade aus meiner Perspektive als Ärztin und in meiner Zusammenarbeit mit so vielen tollen Leaderinnen im Gesundheitsbereich.

Künstliche Intelligenz ist ja wirklich in aller Munde. Wir hören täglich die unterschiedlichsten Meinungen dazu: Euphorie, Skepsis, Alarm, Faszination. Selten hat sich unsere Welt so rasant verändert und sich gleichzeitig so tief in unsere menschlichen Lebensbereiche hineingefräst wie gerade jetzt.

 

Der Moment, der mich zum Nachdenken gebracht hat

Mir geht es da nicht anders, und das war für mich tatsächlich der Auslöser, diese Gedanken überhaupt aufzuschreiben. Letzte Woche war es zum ersten Mal so weit: Ein Patient kam zu mir in die Sprechstunde und sagte, er freue sich wahnsinnig, hier zu sein, er habe aber schon all seine Symptome, die ihm niemand erklären konnte, seine Labordaten und so weiter, mit ChatGPT ausgewertet. Er höre natürlich lieber auf mich, aber was da zusammengestellt wurde, fand er ziemlich logisch, und er wollte das gerne gemeinsam mit mir anschauen.

Ich fand das erst mal wirklich schön, wie offen diese Person war. Denn ganz ehrlich, wahrscheinlich macht das inzwischen fast jeder, seine Daten irgendwo einzugeben und sich eine Einschätzung geben zu lassen. Aber dass mein Patient das auch so offen gesagt hat, das fand ich toll. Wir haben das Ganze dann erst mal bewusst zur Seite gelegt, ich habe meine Anamnese und Diagnostik gemacht, ihm meine Einschätzung gegeben.

Und dann habe ich gesagt: Okay, auch wenn ich mich damit vielleicht angreifbar mache, lass uns jetzt mal schauen, was ChatGPT gesagt hat. Und ganz ehrlich? Bei den faktischen Dingen, bei der Laborauswertung, lag das gar nicht mal so falsch.

Ein paar Tage später saß ich dann in meiner ersten Fortbildung dazu, wie KI in der Neurologie, konkret im Bereich Schlaganfall, bereits eingesetzt wird und was es dazu für Studien gibt. Und das sind einfach wahnsinnig schnelle und spannende Entwicklungen.

Wir stehen an der Schwelle zu etwas ganz Neuem

Für mich zeigt das einfach: Wir bewegen uns mit rasanter Geschwindigkeit aus der digitalen Ära in ein Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Und ich denke mir ganz oft: Kannst du dich noch erinnern, wie das damals war? Als vor 10 oder 15 Jahren Smartphones plötzlich überall zum Standard wurden, als Social Media unser Leben erobert hat. Das war superschnell, allgegenwärtig, und irgendwie auch unaufhaltsam, wenn wir zurückschauen. Damals dachten wir: Das ist super nützlich, das ist unterhaltsam, wir können uns besser connecten. Es ist megapraktisch, es nimmt uns so viel ab.

Und klar, das stimmt auch alles. Aber wenn wir ehrlich hinschauen: Diese Technologien haben unseren Biorhythmus komplett verschoben, unseren Schlaf verändert, unsere Aufmerksamkeitsspanne herausgefordert, unsere mentale Gesundheit auf eine ganz neue Art belastet. Und sie haben dazu geführt, dass wir oft mehr in digitalen Bubbles leben als in der echten Welt. Wenn wir ganz ehrlich sind, haben wir das erst nach Jahren wirklich verstanden. Und wenn ich mir heute Studien dazu anschaue, oder Empfehlungen von Expertinnen, wie Kinder eigentlich lernen sollten, mit dem Smartphone umzugehen, dann kommt bei mir schon ein mulmiges Gefühl hoch.

Und ich glaube zutiefst: Das KI-Zeitalter wird unser Nervensystem, unsere Neurobiologie, unser Sozialverhalten, unsere Art zu lernen und zu arbeiten in ähnlicher, aber noch tiefgreifenderer Weise verändern. Ob das gut oder schlecht ist? Das wissen wir noch nicht. Wahrscheinlich beides.

Mein Appell: Nicht reaktiv, sondern bewusst gestalten

Genau deshalb ist mir das so wichtig, dass wir nicht wie damals einfach reaktiv reingehen und in einer Euphorie irgendwelche Tools nutzen. Sondern dass wir, als Leaderinnen im Gesundheitsbereich, als Menschen mit einem hohen Anspruch an unser eigenes Leben, an die Qualität, wie wir Zeit mit anderen verbringen, als zukunftsorientierte Gestalterinnen, gemeinsam nicht warten, bis diese Effekte einfach schleichend über uns hereinbrechen.

Stattdessen dürfen wir ganz bewusst und vorausschauend unsere eigene Haltung formen. Was ist mein menschlicher Beitrag in einer Welt, die immer technischer wird? Wie kultiviere ich meine Intuition, meine soziale Intelligenz, meine spirituelle Kraft? Wie kann ich KI als Unterstützung nutzen, ohne mich dabei beliebig oder austauschbar zu machen? Und, das finde ich besonders wichtig: Wie möchte ich für meine Klientinnen, meine Patientinnen, meine Community ein Vorbild sein, das Klarheit ausstrahlt und geerdet bleibt, gerade in Zeiten so krasser Veränderungen?

Denn KI ist ja nicht nur irgendwo da draußen, oder etwas, das wir bewusst in einer App aufrufen. Sie steckt längst in unseren Smartphones, unseren Kalendern, unseren Suchanfragen. Sie ist allgegenwärtig, auch bei den Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten. Und wir haben immer eine Wahl: Wir können reaktiv sein und auf das schauen, was nicht funktioniert, oder proaktiv, und uns selbst als Menschen darin maximal stärken.

Proaktiv bedeutet für mich: nicht in Panik verfallen, aber auch nicht in Euphorie und im nächsten glänzenden Feature steckenbleiben, sondern beides integrieren. Neue Möglichkeiten selbstsicher nutzen. Die Schattenseiten klar anschauen. Eine eigene Haltung, Ethik und einen eigenen Umgang entwickeln. Und daraus eine ganz neue Qualität der Präsenz für uns selbst schaffen.


Die Intelligenzen, die uns niemand nehmen kann Warum wir uns ständig vergleichen 

Künstliche Intelligenz ist ja nur eine von vielen Intelligenzen. Und es gibt so viele andere, die wir gerade jetzt brauchen, und die uns niemand nehmen kann:

Unsere ayurvedische Intelligenz: das tiefe Wissen über Rhythmen, Zyklen, Gesundheit, das Lebendige

Unsere intuitive Intelligenz: das starke Gespür dafür, dass jenseits aller Algorithmen, Fakten und Logik noch etwas existiert

Unsere emotionale Intelligenz: die Fähigkeit, mit Unsicherheit, Komplexität und Ambivalenz präsent zu bleiben

Unsere spirituelle Intelligenz: der Teil in uns, der größer ist als jede Maschine

Unsere soziale Intelligenz: unser Mitgefühl, unsere Resonanzfähigkeit, unser Herz

Ich glaube wirklich, in einer Welt, die zunehmend automatisiert wird, sind genau das die Intelligenzen, die wir am dringendsten brauchen, und die wir auch den Menschen, mit denen wir arbeiten, gut weitergeben können. Und das wünsche ich mir für uns alle.

Damit eins klar ist: Das ist bei mir keine Nostalgie nach dem Motto „früher war alles besser“ oder eine Weltuntergangsstimmung. Die trage ich überhaupt nicht in mir. Aber ich mache mir wirklich viele Gedanken darüber, wie wir uns dabei verändern, und wie wir dieses rasante Wachstum nicht nur als KI-Wachstum sehen, sondern auch als ein wahnsinniges Wachstum für uns Menschen.

Was Geduld mit unserer Resilienz zu tun hat

Wusstest du, dass es Studien gibt, die zeigen, dass jede Generation ungeduldiger wird? Unsere Großeltern fanden es völlig normal, wochenlang auf einen Brief zu warten. Dann kam das Fax, dann das Telefon, dann die E-Mail, dann der Livechat. Und heute werden wir schon unruhig, wenn wir mal ein paar Stunden auf eine Antwort warten müssen.

Das mag erst mal harmlos wirken, ist es aber nicht. Geduld, Frustrationstoleranz und Resilienz hängen nämlich eng zusammen. Je weniger wir warten lernen, desto schwerer fällt es uns, das Unvorhersehbare, Unbequeme und Offene auszuhalten.

Vielleicht hast du auch diese eine Studie gesehen, die gerade durchs Netz geht: dass unser Gehirn weniger gefordert ist, wenn wir KI nutzen, und wir uns Dinge schlechter merken können. Das kann schon sein aber ehrlich gesagt ist das für mich gar kein neues Phänomen. Schon vor KI hatten wir ein Problem mit sinkender Aufmerksamkeitsspanne und eingeschränkter Neuroplastizität, einfach weil wir die ganze Zeit im Overload leben. Klar, KI beschleunigt diese Dynamik. Aber wir waren schon vorher in einer Kultur des „google das mal schnell“, statt uns Wissen selbst zu erarbeiten, zu verknüpfen und wirklich zu behalten.

Und in einer Welt, in der Fake News, Informationsfluten und Algorithmen längst Standard sind, brauchen wir genau das: das, was uns innerlich stabil macht. Intuition. Vertrauen in uns selbst. Ein klares Gefühl für das, was wirklich ist.

Was mir der Wunsch nach dem Cortisoltest zeigt

Das erlebe ich auch oft in meiner Praxis: Viele Menschen wünschen sich zum Beispiel einen Cortisoltest, weil sie schwarz auf weiß sehen wollen, wie erschöpft sie sind. Dabei erzählen uns die Symptome, das Empfinden, das ganze Wesen eines Menschen doch längst, wie es um die Energie bestellt ist. Aber unser Geist sehnt sich oft nach Fakten, Zahlen, Beweisen, denn dann fühlt es sich „echt“ an. Wir haben schlicht verlernt, auf unsere innere Intelligenz zu hören.

Und das zeigt mir, wie groß die Sehnsucht nach Orientierung gerade ist. Wie leicht wir uns an der Oberfläche verlieren. Und wie wichtig es ist, wieder in Kontakt mit unseren eigenen inneren Intelligenzen zu kommen. Denn unser Körper, unser Geist, unsere Seele, die funktionieren nach Rhythmen, und die sind so viel klüger als jeder Algorithmus.

Dein Biorhythmus regelt Tag für Tag deinen Stoffwechsel, deinen Hormonzyklus, deinen Schlaf, ohne dass du das überhaupt bewusst merkst. Dein Herz schlägt in einer ganz eigenen Frequenz, die dir mehr über dein Leben erzählt als jeder KI-Tracker. Dein Nervensystem reguliert Spannung und Entspannung, nie linear, immer organisch. Deine Intuition hat kein Manual, keine Checkliste, keinen Code. Sie entsteht aus Erfahrung, aus Präsenz, aus Verbundenheit.

Und genau das ist doch das eigentliche Meisterwerk. Vielleicht ist das wirklich der größte Schatz unserer Zeit: uns wieder auf diese natürliche, organische Intelligenz zu besinnen, ihr mehr Wertschätzung und Raum zu geben, und ihr den Stellenwert einzuräumen, den sie verdient.

Unsere eigentliche Superpower

Denn genau das ist unsere Superpower. Wenn wir in unserer vollen Kraft sind, wenn wir unerschütterlich in uns selbst verwurzelt bleiben, dann können wir mit ganz viel Leichtigkeit mit Algorithmen, Technologie und KI umgehen. Dann sind wir nicht die Getriebenen, die permanent reagieren und Angst haben, sondern wir kommen in die Aktion, ins bewusste Gestalten, ins Self-Leadership.

Wir entwickeln die Kompetenz zu wählen. Wir entwickeln die Kompetenz, Sicherheit wieder in uns selbst zu finden. Und dann können wir uns fragen: Welche Werkzeuge möchte ich nutzen, und welche nicht, und vor allem, warum? Wie setze ich meine Zeit, meine Aufmerksamkeit, meine Energie ein? Wie bleibe ich dabei Mensch? Und wie dürfen diese menschlichen Werte wieder die Wertigkeit bekommen, die ihnen zusteht?

KI & kreative Intelligenz – Dieser Beitrag wurde von mir persönlich konzipiert und geschrieben. KI kam ausschließlich unterstützend bei der Rechtschreibkorrektur zum Einsatz.

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