Ein ehrlicher Einblick statt einer Checkliste
Ich bekomme in letzter Zeit immer wieder eine Frage gestellt: Wie lebe ich eigentlich ganz persönlich meine eigene gesunde High Performance? Und ich finde es schön, dich da heute einmal mitzunehmen. Ich weiß selbst, wie inspirierend es sein kann, zu hören, wie andere Menschen, die man spannend findet, das für sich leben. Gleichzeitig möchte ich eins vorwegschicken: Das, was ich mache, wie ich mein Leben gestalte, soll für dich keine Checkliste werden, nach dem Motto „genauso muss es auch bei mir funktionieren“. Viel wichtiger ist, dass du dir daraus herausziehst, was zu deinem Leben passt.
Denn mein Leben sah nicht immer so aus, wie es heute aussieht. Es gab Phasen, da war ich mitten im Hustle, habe alles gleichzeitig gemacht, go, go, go, mit einem komplett dysregulierten, angespannten Nervensystem. Ich bin einfach nur noch durch alles durchgerast, habe mich selbst gar nicht mehr gespürt, und alles hat sich nur noch nach Abhaken angefühlt. Das habe ich vor vielen Jahren für mich geschafft, umzudrehen. Heute weiß ich, wie ich in solche Phasen erst gar nicht mehr reingerate, und falls doch, wie ich wieder gut rausfinde.
Ich mache nicht alles
Wenn Menschen mich fragen „Wie schaffst du das alles?“, schwingt da oft etwas mit, das ich erst mal entkräften möchte: das Gefühl, selbst irgendwie zu versagen, weil der eigene Alltag anders aussieht oder sich schwerer anfühlt. Und hier möchte ich dich entlasten: Vergleich bitte niemals eine Außenansicht mit deinem Innenleben. Das, was du bei jemand anderem siehst, Programme, Content, Familie, Sichtbarkeit, ist nicht dasselbe wie das, was in dieser Person wirklich vorgeht. Das sind zwei komplett unterschiedliche Ebenen.
Mein erster wichtiger Shift ist genau das: Ich mache nicht alles. Ich übe mich viel mehr darin, Kapazität zu halten. Das bedeutet nicht, dass ich einen riesigen Support-Apparat habe, unsere Großeltern wohnen nicht um die Ecke, wir haben wenig Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Was ich damit meine ist, dass Ich nie versuche, alles gleichzeitig zu tun. Kein Multitasking, kein Tausend-Bälle-gleichzeitig-in-der-Luft-halten. Stattdessen trainiere ich mich konsequent darin, meine Kapazität zu erweitern, und das hat für mich ganz viel mit Self-Leadership zu tun. Wie führe ich mich selbst? Wie bleibe ich klar darüber, was ich will und was gerade Priorität hat? Wie reguliere ich immer wieder mein Nervensystem?
Früher war ich sehr ungeduldig. Alles musste schnell gehen, alles gleichzeitig, ich musste überall top sein, überall die Kontrolle haben. Ich habe mich in meinen To-do-Listen verstrickt, die immer länger wurden, und dachte, wenn ich nur noch einen Gang hochschalte, komme ich besser durch. Heute weiß ich, dass es so nicht funktioniert.
Die To-Do-Liste hört nie auf, und das ist okay
Ein zweiter großer Punkt, den ich immer wieder höre: „Meine To-do-Liste hört nie auf, ich könnte ewig weiterarbeiten.“ Diesen Zustand kenne ich auch. Ich bin immer wieder reingegangen mit dem Gefühl: Wenn ich noch ein bisschen schneller mache, ist sie endlich mal leer.
Irgendwann habe ich verstanden: Die Arbeit hört eh nie auf. Und das ist völlig in Ordnung so, warum sollte sie auch aufhören? Das ist einfach der Puls unseres Lebens. Ich muss nicht das Ziel haben, dass die To-do-Liste irgendwann leer ist. Es ist mehr ein Flow. Es gibt immer etwas zu tun, und ich versuche gar nicht mehr, dagegen anzukommen, sondern einen guten Rhythmus zu finden.
Und eine ehrliche Erkenntnis dazu: Eine To-do-Liste ist überhaupt kein Führungsinstrument. Sie ist einfach eine Sammlung ungefilterter Anforderungen. Wenn wir sie unbewusst nutzen, fühlt sich alles gleich groß und gleich wichtig an, und alles zerrt gleichzeitig an uns. Das bringt uns nicht weiter. Ich führe mittlerweile eigentlich gar keine To-do-Listen mehr. Meine Dinge stehen zwar strukturiert irgendwo, aber nicht in diesem Abhak-Modus.
Ich entscheide sehr klar, was wann Platz hat
Mein Alltag ist gar nicht so voll, weil ich so viel schaffe oder so viele Bälle jongliere, sondern weil ich sehr klar entscheide, was ich wann tue. Und auch wenn das manchen einen kleinen Kick in die Magengrube gibt, gerade uns Frauen, die wir vielleicht anders sozialisiert wurden: Ich lebe danach, dass ich die wichtigste Person in meinem Leben bin. Ich muss, darf und will mich zuallererst um mich selbst kümmern. Denn wenn es mir nicht gut geht, habe ich überhaupt keine Chance, mich um die Menschen und Dinge zu kümmern, die mir wirklich wichtig sind.
Das können mein Schlaf sein, meine Regeneration, mein Sport, je nach Lebensphase unterschiedlich. Es geht nicht darum, erst wochenlang Selfcare-Zeit einzuplanen, bevor ich mich um meine Kinder kümmere. Aber jeden Tag schaue ich super konsequent: Was brauche ich heute? Das sind feste Termine in meinem Kalender, und da lasse ich mir super selten dazwischenfunken. Das ist fast schon ein Respekt, den ich mir selbst gegenüber mitbringe.
Und wenn diese Grundlage steht, ist für meine gesunde High Performance schon wahnsinnig viel gewonnen. Statt abends ewig zu arbeiten, achte ich auf meinen Schlaf und habe dadurch so viel mehr Energie. Ich war beim Sport, habe wirklich etwas für mich getan, bin klarer im Kopf, und dann kann ich loslegen. Nicht jeder Tag ist gleich produktiv, und das ist auch völlig okay. Manche Tage bin ich komplett bei den Kids, andere Tage arbeite ich lange. Es geht darum, gesund zu bleiben und mit maximaler Energie zu handeln, und maximale Energie heißt für mich nicht Dauer-Höchstleistung, sondern auch Rückzug und Regeneration.
Kein Perfektionismus, aber ein hoher Anspruch
Was mir sicher auch hilft: Ich bin keine Perfektionistin. Ich habe einen sehr hohen Anspruch an das, was ich tue, das schon, ich bekomme seit zehn Jahren die Rückmeldung, wie hochwertig meine Programme und Materialien sind. Aber dieser Anspruch kommt nicht aus dem Gedanken „es muss perfekt sein, sonst bin ich nicht gut genug“. Ganz im Gegenteil, ich möchte, dass es auf diesem Niveau ist, und ich gebe dafür viel, aber nicht aus Stress, sondern weil das einfach mein Standard ist.
Der Blick auf die eigene Endlichkeit
Ein Gedanke, der mir immer wieder hilft, mich aufs Wesentliche zu konzentrieren und mich selbst nicht zu ernst zu nehmen: Ich zoome mich raus und schaue auf mein Leben. Es ist wirklich ein Fingerschnips, und dann ist es schon wieder vorbei. Wir sind so kurz hier auf dieser Erde, das Leben ist so schnell und so fragil. Es kann sich von einer Sekunde auf die andere ändern, das sehe ich sowohl in meinem persönlichen Umfeld als auch drumherum immer wieder.
Wenn ich mir das bewusst mache, ohne in Angst oder Hektik zu verfallen, sondern aus einem reflektierten Abstand heraus, merke ich sehr schnell: Was ist wirklich wichtig, und was kann ich getrost zur Seite schieben? Mein abendliches Ritual ist deshalb, wenn ich zur Ruhe komme, noch mal durch den Tag zu gehen und mich zu fragen: Wenn das heute der letzte Tag gewesen wäre, war es ein Tag, der gut für mich war? Könnte ich mit einem guten Gefühl gehen?
Natürlich möchte ich noch lange hier sein und meine Kinder aufwachsen sehen, keine Frage. Aber wenn ich das Emotionale kurz beiseiteschiebe und einfach schaue: Lebe ich mein Leben so, wie ich das möchte? Dann will ich an den meisten Tagen sagen können: Ja, genau so. Und es gibt auch Tage, an denen ich denke: Schade, der war jetzt nicht so, wie ich mir das vorstelle. Dann gibt mir das die Möglichkeit, den nächsten Tag wieder anders zu gestalten.
Was sich verändert hat, seit ich Mama bin
Ein Punkt, der für meine gesunde High Performance unfassbar viel bewegt hat: Mama zu werden. Seitdem ist diese Klarheit, wie ich mein Leben führe und was darin Platz hat, keine Nice-to-have-Option mehr, sondern eine absolute Notwendigkeit. Mein Leben ist voller geworden, ich habe Verantwortung für zwei kleine Menschen, ich möchte für sie präsent sein, nicht die gestresste Mutter, die ständig hektisch durch die Gegend rennt.
Das hat mich geschult, Dinge, die mir eigentlich gar nicht wichtig waren, die ich aber vorher unbewusst gemacht habe, irgendwelche Projekte zum Beispiel, radikal aus meinem Leben zu werfen. Das mag hart klingen, aber es ist unfassbar wichtig, wirklich radikal zu werden mit dem, was Platz in unserem Leben haben darf. So ein bisschen Marie-Kondo-Style: Nur was ich wirklich will, bekommt einen Platz.
Wenn die Frage „Wie schaffst du das ?“ irgendwann obsolet wird
Ich erinnere mich noch gut an eine Patientin, die ich vor Jahren gefragt habe, wie oft sie Sport macht. Sie schaute mich komplett verständnislos an: „Na, jeden Tag, was soll denn diese Frage?“ Sie hat mich nicht kognitiv nicht verstanden, sondern für sie war tägliche Bewegung einfach so eine Normalität, dass die Frage für sie gar keinen Sinn ergab.
Das heißt nicht, dass das für jeden gelten muss. Aber es zeigt diesen Faktor: Irgendwann werden deine eigenen Standards, dein persönlicher Ausdruck von Gesundheit und Performance, zu deiner absoluten Normalität. So tief verkörpert, dass du es dir gar nicht mehr anders vorstellen kannst. Und genau da will ich hin, und genau da wünsche ich es auch dir: dass die Frage „Wie schaffst du das alles?“ irgendwann einfach obsolet wird, weil es ganz selbstverständlich dein Leben ist.
Je erfolgreicher ich werde, im Leben, im Business, beim Arbeiten, umso gesünder, umso fitter, umso besser fühle ich mich. Das darf zur Normalität werden. Und ich bin ganz ehrlich: Ich hätte mir gewünscht, dass es damals, als ich unternehmerisch losgegangen bin und ziemlich tief im Hustle steckte, schon Ansätze gegeben hätte, die zeigen, dass man auch wirklich gesund erfolgreich sein kann, nach dem Motto Create Fast, Live Slow. Ich habe einen ziemlich steinigen Weg hinter mir und dabei gemerkt: Ein Großteil der Menschen um mich herum, auch die, die nach außen strahlend und erfolgreich wirken, sind innerlich ziemlich im Hustle, ziemlich ausgebrannt. Das wollte ich für mich nicht länger akzeptieren, und ich möchte auch anderen Menschen genau diese Kompetenz mitgeben, wirklich in die eigene, gesunde High Performance zu finden.
KI & kreative Intelligenz – Dieser Beitrag wurde von mir persönlich konzipiert und geschrieben. KI kam ausschließlich unterstützend bei der Rechtschreibkorrektur zum Einsatz.
Weitere Einträge
Der große Performance-Mythos
Warum hoher Output nicht automatisch hohe Leistungsfähigkeit bedeutet und weshalb wir lernen müssen, Performance neu zu denken. Nach vielen Jahren in der Arbeit mit CEOs, Unternehmen und High Achievern bin ich überzeugt davon, dass wir nicht noch mehr Menschen...
Gesundheitsexpertin und Unternehmerin: Wie beides zusammengehört
Warum die Gesundheitsbranche starke Unternehmerinnen braucht Wir brauchen sie mehr denn je: sichtbare Gesundheitsexpertinnen und -experten, die als Leaderinnen und Leader vorangehen, die Menschen dabei unterstützen, ihre mentale Gesundheit zu stärken, ihr Nervensystem...
Meine 3 Game Changer für eine gesunde High Performance
Warum ich diese Insights mit dir teile Vieles, was wir uns über Jahre hinweg erarbeiten, wird irgendwann zu unserer Normalität. Es geht uns in Fleisch und Blut über, wird zu unserer Baseline, und genau deshalb nehmen wir es selbst oft gar nicht mehr als etwas...




