Eine ganz persönliche Erfahrung
Wir alle wissen es eigentlich schon: Es tut uns gut, wenn nicht so viel auf der To-do-Liste steht, wenn nicht tausend Optionen ständig auf uns warten. Und trotzdem ist es so schwer, das tatsächlich ins eigene Leben zu bringen und dann auch nachhaltig dranzubleiben. Genau das ist für mich ein Skill, den wir als gesunde High Performerinnen wirklich brauchen. Und ich möchte dir dazu eine persönliche Erfahrung teilen, die ich vor Kurzem gemacht habe.
Meine Krankheitsphase im Januar
Ich hatte im Januar eine sehr lange Krankheitsphase. Ich habe fast den ganzen Monat mehr oder weniger im Bett verbracht, mit verschiedenen Viren, ziemlich angeschlagen, und konnte kaum arbeiten. Das war für mich auf der einen Seite okay, ich weiß, dass solche Phasen kommen. Aber ausgerechnet in diesem Januar hatten wir im Team einen ziemlich ambitionierten Plan, wie wir bestimmte Dinge umsetzen und verändern wollten. Und ehrlich gesagt, in der Krankheitsphase selbst konnte ich das dank all meiner Tools und meiner Entwicklung der letzten Jahre erstaunlich gut halten.
Aber dann, als ich wieder gesünder war, bin ich in genau dieses Muster reingerutscht: Jetzt müssen wir aufholen, jetzt müssen wir schauen, dass wir nicht hinterherhängen. Und damit kam natürlich auch ein gewisser Stressmodus und dieses Defizitdenken: Wir sind nicht schnell genug, wir haben nicht genug geschafft. Das hat mir nicht nur selbst Stress bereitet, sondern mir vor allem eine sehr klare Erkenntnis gebracht.
Was das Hinterherrennen wirklich zerstört
Wenn wir etwas hinterherrennen, wenn wir das Gefühl haben, wir müssten Zeit aufholen, wenn wir dauerhaft im Defizit sind, die To-do-Liste viel zu lang, die Zeit viel zu knapp, dann zerstört das unsere Qualität in der Arbeit und in unserer Präsenz. Und Qualität und Präsenz sind für mich zwei extrem wichtige Werte, für mein Leben, für meine Familie, aber auch in der Zusammenarbeit mit Klientinnen und Klienten. Ich möchte, wenn ich mit jemandem in einem Raum sitze oder in einem Call bin, komplett da sein, alles reingeben können an Expertise, Intuition, Energie.
Mir ist in dieser kurzen Aufhol-Phase noch mal ganz klar geworden: Dieses Hinterherrennen zerstört nicht nur unsere Präsenz, sondern auch unsere Qualität. Wir alle, die wir Expertinnen auf unserem Gebiet sind, werden immer eine gewisse Qualität liefern können. Aber dieses Quäntchen, das den eigentlichen Unterschied macht, was uns einzigartig macht, was aus guter Qualität wahre Exzellenz macht, das kommt nur, wenn wir ausgeruht sind, wenn wir Dingen Zeit gegeben haben, wenn wir wirklich in unserer vollen Energie waren und nicht in diesem funktionalen Freeze, in dem wir nur noch reagieren und abhaken.
Ich möchte mich für das, was ich tue, nicht mit „das war eine gute Qualität“ zufriedengeben, sondern mit Exzellenz. Und ich bin mir sicher, dir geht es ähnlich.
Weniger bedeutet nicht: einfach weniger tun
Als ich mir im Januar diesen kurzen Moment im Hamsterrad gegönnt habe, habe ich schnell gemerkt: Das bringt nichts. Ich konnte die Dinge zwar erledigen, aber sie hatten nicht den Wumms, der mir wichtig ist. Deshalb ist dieses „weniger, aber besser“ für mich so zentral, in allen Lebensbereichen. Weniger bedeutet in diesem Sinne nicht, weniger zu machen oder nur zu chillen, sondern hochfokussiert die richtigen Dinge zu tun. Qualität statt Quantität. Und das bedeutet auch: viel Disziplin und Fokus.
Wenn du irgendwo liest, dass jemand ein Unternehmen mit nur 10 Arbeitsstunden die Woche führt, gibt es dafür meistens zwei mögliche Erklärungen. Die eine: Krasse Leichtigkeit, die läuft einfach von allein. Die andere, an die ich eher glaube: Diese Person ist wahnsinnig diszipliniert, wahnsinnig fokussiert, lässt sich nicht ablenken, geht rein, hält den Fokus, macht das, und kann dann auch wieder rausgehen. Dahinter stecken Prozesse, Systeme, Mindset, Energie, Umsetzungskraft.
Entscheidungsmüdigkeit und warum Vereinfachen Kapazität schafft
Wir treffen täglich unglaublich viele Entscheidungen, und das führt zu Entscheidungsmüdigkeit, einem echten Energieverlust. Irgendwann wollen wir einfach nicht mehr entscheiden. Du kennst das bestimmt: Du kommst abends nach Hause, dein Partner fragt „Sollen wir Indisch oder Chinesisch essen?“, und du sagst nur noch „Keine Ahnung, entscheide du“. Genau das ist Entscheidungsmüdigkeit.
Deshalb will ich dir mal mitnehmen, wie ich in den letzten zwei, drei Jahren die wichtigsten Lebensbereiche bewusst vereinfacht habe.
Gesundheit und Energie
Mehr ist hier definitiv nicht gesünder. Wir könnten tausend Supplements kaufen, hunderte Ernährungsformen ausprobieren, hunderte Trainingsarten testen, und genau das bringt die meisten Menschen in eine Art Schockstarre: Wo soll ich überhaupt anfangen? Was ich für mich gemacht habe: Ich habe mich auf ein einziges, durchdachtes Trainingsprogramm fokussiert, das ich langfristig mache. Montags mache ich das, dienstags jenes. Ich sitze nicht vorm Rechner und scrolle mich 30 Minuten durch YouTube-Videos, um zu entscheiden, was ich heute trainieren soll.
Gleiches gilt für Supplements: ein sehr simples Schema, basierend auf meinen Blutwerten, statt tausend Pülverchen. Und vor allem: kein Optimierungswahn. Schlaf, Ernährung, Bewegung, die Basics, die 99 Prozent, richtig gut machen, statt sich in dem letzten kleinen Prozent zu verkopfen (das kenne ich aus der Ayurveda-Welt auch nur zu gut: „Ich bin ein Pitta-Typ, darf ich jetzt drei Gramm Tomaten mehr essen oder nicht?“).
Mein privates Umfeld
Auch hier bin ich eine Meisterin im Weglassen. Wir achten als Familie darauf, keine überfüllte Wohnung zu haben, eine, die für uns zu viert passt, aber nicht mehr. Wir sind kein Hardcore-Minimalismus mit zwei kleinen Kindern, aber wir misten regelmäßig aus, damit weniger Chaos um uns herum ist. Das Gleiche gilt für meinen Kleiderschrank: wenige, hochwertige Stücke statt ständigem Shoppen.
Der wichtigste Punkt im Privaten ist aber der Umgang mit meiner eigenen Zeit. Ich bin sehr geizig mit meiner Lebenszeit. Das heißt: Ich verschwende sie nicht für Dinge, die für mich keinen Sinn machen, die nicht auf das einzahlen, was mir wirklich wichtig ist, Zeit mit meinen Kindern, meiner Familie, meinen Freunden, und der Aufbau meines Unternehmens.
Unternehmertum und Business
Hier gilt ebenfalls: Qualität vor Quantität. Ich mache Meetings nur, wenn sie wirklich gebraucht werden, und hinterfrage jede Anfrage. Brauchen wir das wirklich, oder können wir das anders lösen? Gleiches gilt für PowerPoint-Folien, die meistens überfüllt sind und dazu führen, dass Menschen im Meeting nur auf die Folie starren, statt wirklich ins Gespräch zu kommen. Ich versuche außerdem, Kommunikations-Pingpong einzudämmen, lieber einmal direkt anrufen und klären, statt endlosem E-Mail- oder WhatsApp-Hin-und-Her.
Bei den Inhalten, die ich produziere, setze ich inzwischen bewusst auf weniger, dafür tiefer. Der Podcast ist mein Herzstück, statt fünfzig Social-Media-Posts. Und auch bei den Programmen, mit denen wir zusammenarbeiten können, bleibe ich fokussiert, statt tausend verschiedene Angebote in alle Richtungen zu streuen.
Das Nein zu unverbindlichen Kaffee-Dates
Ein Punkt, der mir früher schwerfiel: Ich bekomme wöchentlich E-Mails von Menschen, die ich noch nie getroffen habe, mit „Lass uns doch mal auf einen Kaffee treffen und schauen, was passiert“. Grundsätzlich finde ich Vernetzung toll. Aber dieses Unverbindliche, ohne Plan und Ziel, das habe ich früher aus einer Art innerem „nettes Mädchen“-Muster heraus kaum ablehnen können, obwohl ich es innerlich als Verschwendung meiner Lebenszeit empfunden habe.
Mittlerweile bin ich da sehr klar. Es geht mir nicht darum, eine Mauer aufzubauen, ich bin mit vielen Menschen in Kontakt, habe einen guten Freundeskreis. Aber für unverbindliche berufliche Kaffee-Dates habe ich schlicht keine Zeit mehr, weil ich diese Zeit lieber in meine Klientinnen und mein Unternehmen investiere. Das klingt vielleicht hart, aber es gibt mir wahnsinnig viel Klarheit und lässt mich meine Prioritäten setzen, ohne mich zu verzetteln.
Die eigentliche Arbeit: die inneren Muster anschauen
Wir wollen raus aus diesem Reaktionsmodus, raus aus dem Stress, dem „eigentlich habe ich keine Zeit, aber ich packe trotzdem noch was oben drauf“. Denn oft steckt tief in uns der Glaubenssatz: Wenn ich weniger mache, bin ich faul, nicht gut genug, schwach. Das ist natürlich kompletter Unsinn. Das ist unsere Angst vor Kontrollverlust, unsere Sorge, verurteilt zu werden, alte Muster, die hochkommen.
Und nur wenn wir diese Muster wirklich anschauen und verstehen, können wir sie langfristig auflösen. Es bringt nichts, das einmal zu verstehen, wenn wir nicht auch das innere Skillset, die Energie und die Kapazität haben, es umzusetzen. Denn wenn die nächste Stresssituation kommt, kickt uns das alte Muster sofort wieder rein. Etwas umzusetzen, wenn wir ausgeruht sind und viel Raum haben, ist immer einfach. Die Königsdisziplin ist, dabei zu bleiben, wenn es wirklich überall brennt.
Eine Frage zum Mitnehmen
Schau mal für dich hin: Wo machst du vielleicht mehr, obwohl es dich eigentlich gar nicht weiterbringt? Wo gehst du in das Muster „ich habe keine Zeit, also mache ich schneller“? Gibt es Bereiche, in denen du dir aus Angst, nicht gut genug zu sein, noch nicht erlaubst, weniger zu machen?
„Weniger, aber besser“ heißt nicht, weniger zu wollen, sondern das Richtige mehr in den Fokus zu rücken. Ich persönlich bin heute so viel ambitionierter, was mein eigenes Leben angeht, mit hohen Ansprüchen an mich selbst und mein Leben. Aber diese Ambitionen kommen aus dem richtigen Beweggrund: nicht aus Angst, nicht aus Perfektionismus, sondern weil die Welt mehr gesunde High Performerinnen braucht, die genau daraus losgehen.
Die letzte Frage für dich: Wo kannst du schlichtweg weniger tun und dich gerade dadurch erfolgreicher fühlen?
KI & kreative Intelligenz – Dieser Beitrag wurde von mir persönlich konzipiert und geschrieben. KI kam ausschließlich unterstützend bei der Rechtschreibkorrektur zum Einsatz.
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